VLOG

Was Ungarn an mir bemerken, bevor ich ein Wort sage

Ungarns disznótor, das gemeinschaftliche Schweinefest, dreht sich weniger um das Fleisch als um das Beisammensein. Von einem jährlichen Fest in Pécs: von Hand gemachte Würste, ein Schnaps Pálinka, der einem Fremden aufgedrängt wird, und das Geld, das immer abgewinkt wird.

Untertitel verfügbar: English · Magyar

Notizen

Es gibt ein ungarisches Ritual, das von außen wie Chaos aussieht und sich als eine der wärmsten Sachen der Kultur entpuppt: der disznótor, das Schweinefest. Es beginnt früh, in der Kälte, in einem Hof oder auf einem Marktplatz. Die Arbeit ist gemeinschaftlich und handgemacht. Den ganzen Vormittag über schneiden, würzen und füllen die Leute Würste von Grund auf, und am Nachmittag hat sich das, was als Arbeit begann, in ein Fest verwandelt, mit Essen, Musik und einer Flasche, die die Runde macht.

Pécs, unten im Süden nahe der kroatischen Grenze, ist ein passender Ort, um diesen Geist zu finden. Es ist eine alte, sonnenverwöhnte Stadt, ein wenig mediterran, eher bekannt für ihre Zsolnay-Keramik und ihre Festivals als für irgendetwas Eiliges. Ein jährliches Schweinefest mitten in der Stadt passt zu ihr. Beim disznótor ging es nie nur um das Fleisch. Es ging um das Beisammensein, um den Grund, einen ganzen Tag lang Schulter an Schulter mit Menschen zu stehen.

Was einem Außenstehenden schnell auffällt, ist, wie die Gastfreundschaft funktioniert. Ein Fremder schenkt dir einen Schnaps Pálinka ein, den Obstbrand, der hier wie eine Art Händedruck wirkt, und es steckt kein Geschäft dahinter. Greif bei einer dieser Zusammenkünfte nach deinem Portemonnaie, und du bekommst meist einen Blick, dann ein Abwinken der Hand, als hätte das Angebot zu zahlen den ganzen Sinn verfehlt. Es passiert einmal, dann wieder, bis du aufhörst zu greifen.

Vieles davon spielt sich über eine Sprachbarriere hinweg ab, und das spielt kaum eine Rolle. Du kannst einen Vormittag damit verbringen, neben Menschen Wurst zu machen, mit denen du dich nicht wirklich unterhalten kannst, und dich trotzdem wohlfühlen, weil die Arbeit und das Essen das Gespräch tragen. In einer kleinen ungarischen Stadt bist du vielleicht der einzige Außenstehende im Raum, und die stille Überraschung ist, dass Auffallen und Willkommenheißen ein und derselbe Moment sein können.

Nichts davon macht das Land perfekt, und es tut auch nicht so. Es ist einfach das, wie sich der Tag tatsächlich anfühlt, wenn man mittendrin steht. Schau genauer hin, und das Fest dreht sich weniger um das Schwein als um die, die dafür auftauchen.

People making Hungarian sausage by hand at a festival
Gemeinsames Wurstmachen auf einem ungarischen Wurstfest, das handfeste Herz eines disznótor. Foto: Tobi85, gemeinfrei, via Wikimedia Commons
Széchenyi tér, the main square of Pécs
Der Széchenyi-Platz, der Hauptplatz von Pécs in Südungarn. Foto: Pasztilla aka Attila Terbócs, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons

Faktencheck

Wir haben die Aussagen in diesem Video mit den Fakten abgeglichen.

VerifiziertAlles in diesem Video hält der Prüfung stand. Die Namen, Daten und Zahlen stimmen alle.

In diesem Video erwähnt

Orte

  • PécsAlte Stadt im Süden Ungarns, bekannt für ihre Zsolnay-Keramik und ihre Festivals; Schauplatz des jährlichen Schweinefests in diesem Video.Karte ansehen

Quellen & Referenzen

Verwandte Links

  • PálinkaUngarischer Obstbrand, eine EU-geschützte Spezialität und fester Bestandteil dieser Zusammenkünfte.

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